13. April 2006

Preisschock

Innerlich beschwerte ich mich über das teure Zimmer. Gestern erfuhr ich, wieviel es eigentlich kostet -- schlappe 165 Euro pro Nacht. Das Ding ist winzig! Nein, versteht mich nicht falsch -- die Leute sind echt nett, es ist gemütlich, es ist sauber, es ist hervorragend gelegen. Aber 165 Euro pro Nacht für nichtmal 8 Quadratmeter, inklusive Badezimmer und Wandschrank? Ich meine, 1 Euro pro Stunde und Quadratmeter?

Dann bin ich lieber ruhig und bedanke mich für den Preis, den mein Gastgeber am Institut mir organisiert hat.

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12. April 2006

Ankunft

Ich hoffe, der Steuerzahler weiß zu schätzen, dass ich mich gestern für ihn richtig aufgeopfert habe. Wie gesagt, das Hotel hatte mir angeboten, mich mit einer Limo vom Flughafen abzuholen, mit Schildchen, wo mein Name draufsteht usw., das ganze Programm.

Das kostete mir zuviel, also fuhr ich mit der Bahn zum Römischen Hauptbahnhof Termini. Von dort hätte ich ja auch ein Taxi nehmen können - doch, woran erkennt man in Rom die legalen Taxis? Und um Termini herum, so heißt es, sei das schlechte Viertel von Rom.

Also ab in die Metro (übersichtlich, zwei Linien, ein Ost-West (blau) und eine Nord-Süd (rot), zwei Haltestellen) und dann zu Fuß weiter. Auf der Karte sah das nach etwa einem Kilometer aus, also solte es doch kein Problem sein. Mein Gedächtnis ließ mich nicht im Stich, den Weg fand ich.

Nur ein Kilometer ist mir 30 Kilo Gepäck doch deutlich weiter als gedacht... und das war auf der Karte nicht eingezeichnet. Ich brauchte für die Strecke tatsächlich eine Stunde, mein Rücken tat weh, meine Handflächen brannten, ich war durstig und kaputt. Ohne Handschuhe hätte ich mir die Hände wundgescheuert. Immerhin, das Wetter war angenehm kühl, schattig und windig.

Dafür schlief ich zunächst mal 12 Stunden durch. Wow. Mache ich sonst nie. Jetzt bin ich erholt und bei der Arbeit. Und es macht Spaß.

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11. April 2006

Abflug

Ich habe Schwesterchen versprochen, regelmäßig aus Rom zu berichten. Wobei ich noch keine Ahnung habe, wie ich in Rom überhaupt verbunden sein werde, mit dem Netz.

Aber von vorne -- warum verschlägt es mich überhaupt in die Ewige Stadt? Es geht dabei um das Thema meiner Doktorarbeit, herauszufinden, was eine gute Ontologie ist. Zugegeben, ich weiß erst seit kurzem, was eine Ontologie überhaupt ist -- und jetzt will ich wissen, wann eine gut ist und wann nicht? Soviel zu hohen Zielen. Jedenfalls gibt es weltweit nicht so wahnsinnig viele Experten auf diesem Gebiet, und einer davon -- der geneigte Leser wird es sicher bereits erahnen -- sitzt in Rom.

So jedenfalls kommt es, dass ich für ein paar Wochen nach Rom fahre, und wir zusammen an diesem Thema arbeiten werden. Die Arbeitsergebnisse werden sich auf Semantic Nodix finden, hier hingegen private Eindrücke und Erlebnisse.

Wie zum Beispiel, dass ich furchtbar nervös bin. Ich realisierte, dass ich noch nie so lange weg von daheim war (wobei ich großzügig daheim als sowohl Stuttgart als auch Brač zähle). Aber ich freue mich auch sehr darauf. Ich war noch nie in Rom. Und kann kein Italienisch. Aber ich habe mir auf Wikitravel schon zahlreiche Informationen über Rom eingeholt, also kann auch gar nichts schief gehen. Da habeich etwa erfahren, dass der Bahnhof Termini, an dem ich ankomme, berühmt für seine hohe Kriminalität ist. Und dass der Flughafen Leonardo da Vinci zu weit weg ist, um ein Taxi zu nehmen. Das Hotel hat mir jedenfalls einen Limousinenservice angeboten, für läppische 55 €. Habe ich dann doch abgelehnt, mit dem Zug kostet es nur Neuneinhalb. Und es gibt auch, so wie in Sofia, betrügerische Taxen, die ohne Lizenz und zu horrenden Preisen fahren. Oder man wird von Horden von Kindern angefallen, die einem dann die Geldbörse entwenden. Bester Trick: nicht wie ein Tourist aussehen. Stelle ich mir schwierig vor, wenn ich gerade mit Rucksack und zwei Koffern ankomme.

So, wie gesagt, da ich nun informiert bin, kann ich ja ganz beruhigt hinfahren. Es wird sicher sehr schön.

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