30. November 2004

Alles auf Zucker

aus der Reihe Filme in 50 Worten

Als das Intro kam, und es klar war, dass ein deutscher Film gesneakt wird, standen die ersten auf und verschwanden. Selber schuld.

Zwei Brüder, ein kommunistischer Ossi-Jude und ein orthodoxer, Frankfurter-Banken-Reicher Wessi-Jude müssen sich versöhnen, um an das Erbe der Frau Mutter zu gelangen - nachdem sie seit dem Mauerbau nicht mehr gesprochen hatten. Lustig, skurill, nie übertrieben absurd, und dennoch mit zahlreichen witzigen und manchen tiefschwarzen Gemeinheiten versehen. Kein "Muss man gehsehen haben", aber sicher ein "Sehr nett anzuschauen".

Ab 6. Januar 2005 im Kino.

29. November 2004

Der Manchurian Kandidat

aus der Reihe Filme in 50 Worten, heute mal ein Film, der schon läuft

Ein hochkomplizierter Plan soll sicherstellen, dass der mächtigste Mensch der Welt, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten, eine willenlose Marionette für einen weltweit agierenden Superkonzern wird. Ein Einzelner - wie immer von Denzel Washington dargestellt - beginnt die Wahrheit zu erahnen und stellt sich gegen die Verschwörung, doch es glaubt ihm Niemand...

Warum auch? Der in den Film ausgeübte Plan ist viel zu kompliziert, kann an viel zu vielen Stellen scheitern, als dass es auch nur ein halbwegs intelligenter Mensch wirklich angehen würde. Die Ziele, die Manchurian erreichen möchte, könnten so viel leichter erreicht werden, mit weit weniger Risiken. Ein recht spannender Thriller, mit einigen sehr netten Überraschungen, ein gutgemachter Film - aber die Grundidee des Plots ist hanebüchend.

26. November 2004

La Grande seduction

aus der Reihe Filme in 50 Worten

Ein kleines Dorf weit, weit ab vom Schuss, mit etwas mehr als 100 Einwohner (bei Bedarf auch doppelt so viele), stirbt langsam vor sich hin. Als es darum geht, eine Fabrik hier anzusiedeln, fehlt vor allem eines - ein ansässiger Arzt. Durch einen dummen Zufall kommt ein schickimicki Schönheitschirurg in das Dorf, und die Dorfbewohner versuchen alles, davon zu überzeugen, dass dies der beste Ort auf Erden ist...

Sympathisch, lustig, unterhaltsam. Man hätte die Figuren vielleicht noch ein wenig überspitzter erwartet, die ganze Geschichte noch absurder gestaltet, den Humor etwas schwärzer - aber stattdessen blieb der Film stets in einem realistischen, wohligen Rahmen. Sehenswert.

Ab dem 2. Dezember im Kino.

19. November 2004

Die McDonalds-Verschwörung

Folgendes basiert nur teilweise auf Fakten. Welche Teile mag der geneigte Leser selbst entscheiden, ist ja schließlich eine freie Welt.

In Stuttgart gab es seit jeher (= seitdem ich mich erinnern kann) eine ganze Menge McDonalds. Allein in der Königsstraße +/- 50 Meter waren es läppische vier. Dahinter steckte der Plan, dass durch die Menge der McDonalds zwar in jedem Einzelnen der Gewinn sinkt, aber wenn bloß jeder Platz, wo möglicherweise ein Burger King einziehen hätte können, durch einen Mc ausgefüllt wird, geht dennoch der ganze Gewinn aus FastFood-Konsum ja an das große gelbe M.

Doch nun erzittern die zahlreichen Mitarbeiter! Es kommt der erste Burger King in die Stuttgarter Innenstadt, und zwar in den Hauptbahnhof. Dort wird schon nach Mitarbeitern geworben, und Gerüchten zufolge würden die Topleute bereits abgeworben...

18. November 2004

Exorzist - Der Anfang

aus der Reihe unnötige Filme in 50 Worten

Falls jemand, den ihr nicht sonderlich mögt, heute abend noch nichts vorhat, schickt ihn doch in diesen Film. Na gut, er ist nicht grottig schlecht - wie etwa Open Water oder Honey. Aber ist es nicht bedauerlich, wenn das das Beste bleibt, was über den Film zu sagen ist?
Einige sehr coole Aufnahmen, grobe Schnitzer im Hintergrund, völlig unnötige, blutige Szenen - vielleicht mochte ich den Film ja auch nur nicht, weil ich die Vorgänger nicht kannte. Dämonenaustreibung der effektvollen Art, kein kaltes Grausen (na gut, man ist ja auch in Afrika).

Übrigens, es gibt eine Version des Filmes, die mehr auf Psychologie und subtilen Horror setzt. Der Verleih fand das aber nicht massentauglich genug. Diese Version wird allerdings auch auf DVD erhältlich sein - mal sehen, ob er dadurch wirklich besser wird.

17. November 2004

Sky Captain and the World of Tomorrow

aus der Reihe Filme in 50 Worten

Ein Film, der so mordsmäßig dick aufträgt und sich derart frech bei allen Klassikern bedient, dass es richtig cool wird. Die Schauspieler spielen ihre Rollen perfekt - ob Gwyneth Paltrow, ob Jude Law, und insbesondere Angelina Jolie.
Man merkt gar nicht, dass der ganze Film - außer den Schauspielern (und selbst von ihnen einer, der schon eine Weile lange nicht mehr lebt - Lawrence Olivier) - aus dem Computer stammt. Der Sprung von Final Fantasy zu Sky Captain ist unglaublich.
Die Story ist banal, und dennoch in ihrer naiven Übertriebenheit extrem spaßig, die Figuren sind klischeehaft wie seit langem nicht und die Sprüche dermaßen knackig, dass es eine Freude ist.

Reingehen!

Auch Schwesterchen hat einen Blog, inzwischen! Hier ihr Kommentar zu Sky Captain and the World of Tomorrow.

16. November 2004

Ein neuer Blogger

Schon wieder habe ich das Bloggingformat gewechselt - diesmal nichts selbstgeschriebenes, sondern einfach Blogger.com verwendet. Superleicht zu bedienen, bloß der Import der alten Daten war etwas hakelig...

Solltet Ihr irgendwo Fehler entdecken, bitte melden.

14. November 2004

Essener Spielemesse, Teil 4

Wegen der Auslandseinsätze komme ich gar nicht mehr dazu, meine Essen Spiele Messe Einträge fertig zu machen. Deswegen heute noch die letzten paar Kommentare, im Schnelldurchlauf...

Der Sohn des Ministerpärsidenten NRW spielt kein DSA, sondern Shadowrun, wie er am FanPro-Stand versicherte ... Piper bringt frecherweise das Rad der Zeit neu raus -- und zwar endlich so in einzelne Bücher aufgeteilt, wie auch das Original es ist. Sprich: nur noch 11 Bänder statt über 30 ... Crystal Caste stellt Würfel aus Edelsteinen her. Ein Würfelset (W4-W20, also sieben Würfel) aus Hämatit 25 Euro, Knochen 40 Euro (aber man sieht, besonders bei den W20, dass sie handgemacht sind), Silber 100 Euro ... Der absolute Oberhammer: Mammutelfenbein, mit Zertifikat: 500 Euro... Mein Flutschi ist geplatzt! ... Das gibt ärger. Laufe am Stand zum Erwachsenenspiel Love Cubes vorbei. Sie: "Schatzi, schau, ein Spiel nur für Liebespaare!" -- Er: "Was?! Und für wen nehmen wir das mit?" ... Apropos Erwachsenenspiele: PornStar. Ist so wie Graverobbers from Outer Sprace, bloß mit Pornos ...Und schließlich: wenn Ihr Spiele für Kinder sucht, geht zu Flum Spiele. Einige echt schöne Ideen dabei.

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12. November 2004

Barcelona

T'estimo, Catalunya! Ich liebe Dich, Katalonien. Eine herrliche Gegend -- obwohl ich gar nichts davon gesehen habe. Wir kamen Mittwoch in Barcelona an und fuhren direkt zur Universität, die eine eigene Stadt 20 km außerhalb bildet. Dies beruht auf General Francos Versuch, die Intelligenz aus den Städten Spaniens zu verbannen und so für Ruhe zu sorgen. Heute ging es dann direkt von der Uni wieder zurück zum Flughafen.

Wie dem auch sei, eine herrliche Zeit in Katalonien verbracht. Und warum liebe ich es so?
1. Das Wetter. Heute morgen 20 Grad, Sonnenschein den ganzen Tag, herrlich.
2. Das Essen. Lange Zeit mied ich die spanische Küche, weil ich in meinem bescheidenen Irrglauben dachte, sie sei wie die mexikanische, und ich die mexikanische seitdem ich sie in St Louis versuchte nicht mehr mag. Tatsächlich war das Essen ausgezeichnet.
3. Die Landschaft. Zwischen Meer und Gebirge. Wunderschön.

Ich muss da mal dringend privat hin. Vielleicht sehe ich sogar was von Barcelona...

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9. November 2004

Bad Santa

Brrrr... eiskalt hier im Lande.
Nettes Detail am Rande: wegen eines Problems mit einem Mailserver kam ich tatsächlich noch vor einer von mir verschickten eMail wieder in Deutschland an. Ts, moderne Technik halt... Ach ja, aus der Reihe Filme in 50 Worten


Billy Bob Thornton spielt einen äußerst heruntergekommenen Weihnachtsmann. Er trinkt, säuft, vögelt, klaut und benutzt vor Kindern schlimme Wörter. Und dann trifft er eine hübsche Frau, die noch an den Weihnachtsmann glaubt, und er ändert sich...

...kein bisschen.
Ein Film, der angenehmerweise bis zum Ende durchgehend böse bleibt und nicht irgendwann in friedliches Weihnachtstrallala übergeht -- anschauen, anschauen, anschauen!

6. November 2004

Ladenschlusstraeume

Ich moechte ein Land, wo ich um 21:15 in eine Buchhandlung laufen kann, um mich umzuschauen. Ich moechte ein Land, in dem ich abends nicht in die Stadt hetzen muss, weil die Laeden zu sind.
Ach, halt. In so einem Land bin ich ja!
Also, umformulieren: ich moechte, dass auch endlich in Deutschland das Ladenschlussgesetz gekippt wird. Mehr Freiheit fuer alle!

Und ehrlich: ich glaube nicht, dass es der Untergang des Abendlandes waere, wenn neben den Taxifahrern, Hoteliers, Krankenschwestern, Kellnern, Reportern, Journalisten, Aerzten, Schaffnern, Busfahrern, Feuerwehrmaennern, Polizisten, Bauern, Schichtarbeitern, Webmastern, Freischaffenden, Schluesseldiensten, Telefonsexanbietern, Selbststaendigen, Pfarrern und vielen anderen auch die Einzelhandelsfachverkaeufer Sonntags und abends arbeiten wuerden.

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3. November 2004

Verkehr in Turin

Ich habe mir Sorgen darueber gemacht, wie Stuttgart unter dem Verkehr kollabieren wuerde, wenn es die Olympischen Spiele tatsaechlich nach Stuttgart geschafft haetten.

Diese Sorgen sind vollkommen ausgestanden: die Winterolympiade 2006 findet in Turin statt, einer wirklich schoenen Stadt, der ich dazu nur beglueckwuenschen kann -- aber wie auch immer die Stadt das verkehrstechnisch ueberstehen will, ist mir ein vollkommenes Raetsel.
Dafuer aber ist die Gastronomie schon darauf vorbereitet: so schnell bedient wie hier in den Restaurants wurde ich noch nirgendwo auf der Welt, sehr beeindruckend.

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2. November 2004

Meldung aus Turin

Diesmal nicht von der Essener Spielemesse, auch wenn ich dazu noch ein, zwei Sachen schreiben werde...
Nein, ich bin in Turin. Ich besuche die FOIS 2004, eine Konferenz ueber formale Ontologien in der Informatik, der ich mit Spannung entgegensehe. Wer mich kennt, weiss, dass ich sowohl Informatik als auch Philosophie studierte, und umso spannender finde ich die Schnittstelle zwischen den beiden -- wie etwa hier.
Dazu waehrend dem Verlauf mehr.
Turin selbst ist insbesondere regnerisch. Und was mir auffiel: mein Zug vom Flughafen in die Stadt hatte satte 45 Minuten Verspaetung. Und das schien hier vollkommen gewoehnlich zu sein -- niemand aergerte sich auch nur! Die anderen Zuege hatten bis zu anderthalb Stunden Verspaetung, kein einziger schien puenktlich.

Allerdings: die Zuege fahren im Stunden- oder Halbstundentakt. Da stellt man sich die Frage, ob der Zug ueberhauipt noch als verspaetet angesehen wird, oder ob man ihn einfach als den naechsten Zug betrachtet?

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